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Alte Tanten in neuen Kleidern?

Oder warum braucht der Martinsclub ein Leitbild?

Seit über 35 Jahren gibt es den Martinsclub Bremen e. V. In dieser Zeit hat sich der ursprüngliche Elternverein zu einer renommierten und fachlich anerkannten Organisation entwickelt. Und dazu braucht es auch Leitbild. Das m|c Leitbild ist kein Lippenbekenntnis. Mit viel Elan haben behinderte Menschen, externe Kooperationspartner, m|c Vorstand und m|c Mitarbeiter die Leitsätze entwickelt.

Was soll das? Ist das Mode? Hat der m|c zuviel Geld?

Nein! In den Leitsätzen verbirgt sich die geballte Erfahrung aus vielen Jahren sozialer Arbeit. Die Sätze sind geprägt von der Überzeugung, dass der Martinsclub Bremen e. V. eine dynamische, politische und innovative Organisation ist. Soziale Arbeit verändert sich Jahr für Jahr. Professionelle soziale Angebotsformen erfordern permanente Veränderungen und Anpassungen an externe Rahmenbedingungen. Kaum eine Organisation hat dieses in dem Maße bewiesen wie der m|c. Aber Veränderungen und Innovationen brauchen eine Basis auf deren Grundlage die Menschen handeln können.

Diese Basis ist das Leitbild „m|c bewegt“. Auf das Leitbild wollen wir uns verlassen – bei positiven wie negativen Veränderungen, bei Ausweitung wie bei Reduzierung im Internen wie im Externen. Diese Funktion soll das Leitbild vom Martinsclub Bremen e. V. erfüllen. Doch ein Leitbild auf dem Papier hat keinen Wert. Leitbilder funktionieren, wenn sie in den Köpfen und durch das alltägliche Handeln von Führungskräften und Mitarbeitern mit Leben gefüllt werden – daran arbeiten wir.

Ein Leitbild erarbeiten. Wie geht das?

Als erstes mussten Moderatoren bestimmt werden. Eine Gruppe aus Mitarbeitern, Betriebsrat, Fachbereichsleitern und Geschäftsleitung wählte ein Moderatorenteam. Klar, dass hier alle die gleiche Stimme hatten.
Ein „Leitbildzirkel“ organisierte die inhaltliche Auseinandersetzung. Es folgten verschiedene so genannte „Visionen-Workshops“. Hier wurden Führungs- und Mitarbeiter-Ebene getrennt über die Zukunft des m|c befragt. Das „World-Cafe“ war die tragende Methode für eine erste Großveranstaltung. An verschiedenen Stationen wurde über wesentliche Themen, die im m|c interessieren debattiert. So entstand die Rohform des Leitbilds.

Als nächstes traf sich ein „Leitbildforum“, bestehend aus etwa 30 Mitarbeitern, und konkretisierte, sortierte und reduzierte die Rohform. Im Sommer 2006 dann die nächste Großveranstaltung mit rund 130 Mitarbeitern und externen Kooperationspartnern, die ihre Meinung zum Leitbildentwurf formulieren sollten. Auch Menschen mit Behinderungen wurden hier mit einbezogen. In Erinnerung wird allen Beteiligten sicher das „Playback-Theater“ bleiben. Es skizzierte den Verlauf der Veranstaltung, fing spontan die Stimmungen ein und brachte sie zum Ausdruck. Den letzten Entwurf des Leitbildes entwarf wiederum das „Leitbildforum“, ein professioneller Texter machte den letzten Feinschliff. Zusätzlich wurde in vielen Arbeitsgruppen an den unterschiedlichen Punkten gearbeitet.

Und heute?

Der Leitbildprozess ist noch nicht zu Ende: Eine Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ wird das Leitbild kontinuierlich neu erfinden, darauf achten, dass das Leitbild präsent bleibt und berücksichtigt wird. Das Leitbild soll immer wieder neu übersetzt werden – durch alle, die es für ihre Arbeit im m|c, als Mitglieder oder als Kunden benötigen. In einem Kurs in der Erwachsenenbildung oder in einem Team des Fachbereichs Wohnen – das Leitbild soll Gegenstand der Diskussion und Grundlage in unserer Organisation sein – niemals nur bedrucktes Papier!