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Donnerstag, 25.07.2019, 8:55 | Von

Inklusion: Schulassistenzen dringend gesucht

Großer Bedarf an Fachkräften – Martinsclub schlägt Alarm

Begleiten, unterstützen, helfen, anleiten, motivieren, betreuen – das Jobportfolio von Schulassistenzen ist groß. Sie kommen zum Einsatz, wenn Kinder mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen eine Regelschule besuchen. Für die schulische Inklusion leisten sie daher einen grundlegenden Beitrag. Die Fachkräfte nehmen dabei sowohl pflegerische, als auch pädagogische Aufgaben wahr und unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung des Schulalltags. Dies kann sowohl den Unterricht betreffen, aber auch ganz praktische Dinge wie Treppen steigen, Medikamente einnehmen oder die soziale Interaktion in den Pausen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Eklatanter Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich
Laut Bremischem Schulgesetz steht allen Schülerinnen und Schülern in der Hansestadt der Besuch einer Regelschule zu. Eltern, deren Kind eine Beeinträchtigung hat, müssen dazu einen entsprechenden Antrag bei der Bildungs- oder Sozialbehörde stellen. Obwohl das Land Bremen hier eine Vorreiterrolle einnimmt, kann der Bedarf derzeit nicht gedeckt werden. „Nicht nur uns fehlt das Personal, die Lage spitzt sich immer weiter zu. Wir könnten zahlreiche Fachkräfte einstellen“, berichtet Katharina Lankenau-Wettstein, Fachleiterin „Assistenz in Schule“ beim Martinsclub Bremen e.V. Dies kann dazu führen, dass Kindern mit einer Beeinträchtigung im schlimmsten Falle der Schulbesuch verwehrt bleibt. „Für die betroffenen Familien hat dies oft dramatische Auswirkungen. Auch die Lehrerkollegien leiden darunter, wenn keine Betreuung gewährt werden kann. Der Qualität des Unterrichts kann dies enorm schaden“, so Lankenau-Wettstein.

Ein Job mit vielen Möglichkeiten
Assistenzkräfte verrichten daher wichtige Arbeit mit hoher gesellschaftlicher Relevanz – die obendrein einige Vorteile bietet. Durch die Anbindung an die Schul- und Ferienzeiten mit jährlich 12 arbeitsfreien Wochen stellt sich der Job als äußerst familienfreundlich heraus. Außerdem nehmen die Schulassistenzen gemeinsam mit Lehr- und weiteren Betreuungskräften einen essentiellen Teil im pädagogischen Team ein. „Die Arbeit in der Schule ist facettenreich, kein Tag gleicht dem anderen. Ein Plus ist auch die auf Selbstbefähigung ausgelegte Arbeit mit Kindern. Dies bringt viele – auch ganz persönliche – Erfolgserlebnisse mit sich“, berichtet etwa Bea Braun, die als Koordinatorin für die Schulassistenz beim Martinsclub eng mit den Fachkräften zusammenarbeitet.

Formalqualifikation unabdingbar
Da die Tätigkeit zwar vielfältig und interessant, aber auch sehr anspruchsvoll ist, müssen Bewerber pflegerische und/oder pädagogische Kompetenzen mitbringen. Zur Sicherung der Qualität verlangt der Martinsclub daher einschlägige Qualifikationen. „Natürlich sind die formalen und fachlichen Anforderungen hoch. Wir können diese Arbeit nicht von ungelernten Kräften erledigen lassen. Die Politik ist hier gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, um diesen Berufszweig attraktiver zu machen“, wie Lankenau-Wettstein fordert.

Informationen zum Programm „Assistenz in Schule“ vom Martinsclub erteilen Katharina Lankenau-Wettstein, E-Mail: k.lankenau@martinsclub.de, Tel.: 0421-53 747 71 sowie Christa Drescher, E-Mail: c.drescher@martinsclub.de, Tel.: 0421 – 53747 788.