Inklusion zu Ende gedacht

Ein inklusives Team kümmert sich um die Organisation des Alle Inklusive Festivals am 11. September

Live-Musik, Sport und kreative Mitmach-Angebote. Dies bildet den Rahmen beim Alle Inklusive Festival, das wir gemeinsam mit dem Sportgarten e. V. am 11. September veranstalten. Geplant ist ein Familienfest für Groß und Klein, das allen Menschen offensteht. Neben allerlei Programmpunkten steht mit der Inklusion ein weiterer Aspekt im Mittelpunkt. „Wie der Name schon sagt soll die Veranstaltung durch und durch inklusiv sein. Niemand darf aufgrund irgendwelcher Merkmale, etwa einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung, des sozialen Status oder der Herkunft ausgeschlossen werden“, erklärt Organisator Marco Bianchi. Doch wie lässt sich dieser Anspruch verwirklichen? Der Martinsclub hat dazu einfach ein hauseigenes Expertenteam mit ins Boot geholt.

Barrierefreiheit, damit alle mitmachen können
Die Rede ist von den sogenannten Eventmachern. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigung. Über ein Weiterbildungsprogramm lernen sie unter der Anleitung von Kursleiter Alexander Werner die Planung und Organisation von Veranstaltungen. Bianchi: „Dieses Wissen wollen wir natürlich nutzen. Wer wüsste besser, wo auf einem Veranstaltungsgelände Hürden und Stolperfallen lauern als Menschen, die täglich auf Barrierefreiheit angewiesen sind?“ Frei nach dem Motto Wo Inklusion draufsteht, muss auch Inklusion drin sein sind die Eventmacher folglich in alle Planungsschritte eingebunden. So haben sie sich das Festivalgelände angesehen, um etwaige Barrieren bereits im Vorfeld aufzuspüren. „Ganz wichtig sind barrierefreie Toiletten. Und generell sollte es möglichst wenige Stufen und Treppen geben, damit auch Menschen im Rollstuhl überall hinkommen“, finden sie einstimmig.

Eventmacher: Helfende Hände für ein inklusives Festival
Auch am Tag des Festivals kommt es dann auf ihre Mithilfe an. Jedes Eventmacher-Mitglied hat verschiedene Aufgaben zu erledigen. Julia Thomann etwa will sich um die Betreuung der Bands kümmern. „Ich zeige den Musikerinnen und Musikern, wo sie sich umziehen und ihr Equipment lagern können. Dann begleite ich sie zur Bühne“, so Thomann. Auch in Sachen Technik sind die Eventmacher eingeplant. Gregor Mehrtens guckt dem Technik-Team über die Schulter und assistiert beim Aufbau. „Die Boxen müssen korrekt eingestellt sein, außerdem werden spezielle Scheinwerfer benötigt. Streikt die Technik, ist schnelles Handeln gefragt. Hierbei unterstütze ich gerne“, sagt er. Kathrin Baschulewski dagegen konzentriert sich darauf, das Gelände zu schmücken. „So eine Feier ist ja auch etwas fürs Auge. Daher werde ich mich um eine schicke Dekoration kümmern“, erzählt sie. Zudem möchte sich die Gruppe dafür einsetzen, dass Übersichtspläne, Info-Flyer und Anfahrtswege möglichst einfach zu verstehen sind.

Inklusion trotz Corona
Ob am Ende alles wie geplant stattfinden kann, bleibt abzuwarten. Trotz umfassendem Hygienekonzept erschwert die Corona-Pandemie die Organisation des Festivals. So oder so, unterm Strich bleibt ein Projekt, das die Inklusion vorantreibt. Organisator Marco Bianchi: „Es ist uns wirklich wichtig, dem gesamten Festival von Anfang bis zum Ende einen inklusiven Charakter zu geben. Mit unserem inklusiven Team unterstreichen wir das.“

 

Alle Inklusive Festival unter dem Motto „Bunte Muckebude“
Samstag, 11. September von 11 bis 17 Uhr
Sportgarten in der Pauliner Marsch, Sommerdeich 800, 28205 Bremen

Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung wird gefördert von der Aktion Mensch und präsentiert vom Radiosender Bremen Vier.

Fotos: Frank Scheffka

 

Bianchi, Marco
Ambulante pädagogische Unterstützung und Entlastungsleistungen
Bildungs- und Freizeitangebote
Koordination Bremen-Nord und Bremen-West