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„Wir sind kein Abnicke-Aufsichtsrat!“

Was haben eine Journalistin, ein Sozialversicherungsangestellter, ein FDP-Politiker und eine Grünen-Politikerin gemeinsam? Ganz einfach: Sie sind im Aufsichtsrat des Martinsclub Bremen. Die acht Mitglieder haben völlig andere Hintergründe und Berufe, zwischen ihnen liegen knapp 30 Lebensjahre, es sind Männer und Frauen – ein Schnitt unserer Gesellschaft eben. Zusammen begleiten sie die Entwicklung des m|c: sind kritisch, passen auf, dass der ursprüngliche Gedanke nicht verloren geht, initiieren Projekte und tragen Ideen und die Forderung nach Inklusion in die Welt.

Einmal im Monat trifft sich die Runde, um sich abzustimmen, zu diskutieren und einen Konsens zu finden. Denn man will möglichst mit einer Stimme gegenüber der Geschäftsleitung Stellung nehmen, aber auch nicht alles gleich abnicken.

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Innovativ, inklusiv und bunt gemischt

Ursula Wondracek (erste Vorsitzende) arbeitet im Aufsichtsrat mit, weil der m|c innovativ ist und sich traut, neue Wege zu gehen und für Inklusion steht. Und sie schätzt es, dass der Verein ein großes Spektrum der Arbeit für Menschen mit Behinderungen abdeckt. Sie kannte den Martinsclub aus ihrer früheren Tätigkeit im Amt für Soziale Dienste und nahm 2008 nach ihrer Pensionierung gern die Möglichkeit wahr, für den  Verein als Aufsichtsratsmitglied tätig zu werden. Sie steht für ein kooperatives Miteinander in dem Gremium und eine gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung.

Udo Klee sitzt nicht nur im Aufsichtsrat, sondern ist in einem weiteren langjährigen Ehrenamt im Martinsclub aktiv: Als Schwimm-Kursleiter hat der Pflegeberater und Fallbearbeiter einer Betriebskrankenkasse verfolgt, wie sich der Verein im Laufe der Jahre von 20 auf etwa 700 Mitarbeiter entwickelt hat. Als Aufsichtsratsmitglied will er an dem Prozess mitwirken.

Sylvia Roßkamp-Knöller ist durch ihre Rolle als Architektin und Mutter zweier Kinder, davon eines mit Behinderung, mittendrin in der bunten Vielfalt des Martinsclubs. „Das ständige Mitmischen und Mitreden des Martinsclubs bei der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Teilhabe und individuellen Entwicklung eines jeden Menschen hat mich überzeugt, Aufsichtsratmitglied zu werden.“ Denn auch für sie ist Inklusion nicht nur eine gute Idee, sondern ein Menschenrecht. Sie möchte ihre eigenen Erfahrungen in die Entwicklung weiterer innovativer Ideen, die nahe an den Bedürfnissen von Menschen mit und ohne Behinderung sind, einfließen lassen.

Petra Kettler liegt eine inklusive Gesellschaft am Herzen. Sie kennt den Martinsclub aus unterschiedlichen Perspektiven. Viele Jahre hatte ihr Sohn eine Assistenz in der Schule. In dieser Zeit entwickelte sie ihren Einsatz für inklusive Schule oder besser gesagt: „Eine Schule für Alle!“ und fand im m|c passende Mitstreiter. Fünf Jahre lang war sie Koordinatorin für Ambulante Hilfen. Nach ihrem Ausscheiden 2013 wurde sie postwendend Aufsichtsratsmitglied.

Walter Stubben (Rentner) hat in seinem Berufsleben als Leiter des Integrationsamtes immer wieder festgestellt, wie wichtig es ist Menschen mit Behinderungen, Leistungseinschränkungen etc. mit den jeweiligen persönlichen Möglichkeiten ins Arbeitsleben einzubinden. Ihm liegt besonders am Herzen dieses Thema im m|c  weiter zu bewegen und umzusetzen.

Magnus Buhlert ist für die FDP als Bildungspolitiker unterwegs und hat dadurch vor seiner Zeit im Aufsichtsrat schon viel vom m|c mitbekommen, insbesondere vom Bereich Assistenz in Schulen. Was ihn am Martinsclub beeindruckt? „Wie hier ein Menschenbild gelebt wird – alle werden in ihrer Eigenart angenommen, jeder macht das, was er kann.“ Diese „Selbstverständlichkeit der Verschiedenheit“ will er als Aufsichtsratsmitglied fördern.

Regina Dietzold (stellvertretende Vorsitzende) denkt nicht nur inklusiv, sondern auch europäisch. „Inklusion gilt nicht nur für Schule, sondern bedeutet gesellschaftliches Umdenken und Handeln, überall. Ich wünsche mir, dass wir im m|c mit ähnlichen Organisationen in Europa Projekte auf den Weg bringen oder auch von anderswo Bewährtes einfließen lassen. Selbst wenn man so fortschrittlich ist wie der m|c, der stetige Blick über den Tellerrand ist notwending, damit wir irgendwann dieses sperrige Wort Inklusion nirgendwo mehr benötigen .“

Überhaupt gibt es beim Aufsichtsrat außer den beiden Vorsitzenden keine weiteren festen Posten wie etwa Kassenwart, Schriftführer … „Wir teilen die Arbeit natürlich auf. Der eine kennt sich besser mit Zahlen aus, der andere bringt diese Kenntnisse oder jene Kontakte mit“, erklärt Ursula Wondracek die Struktur.

Eine bunte Mischung, die Menschen im Vorstand des m|c. Man könnte auch sagen: inklusiv.

 

Liste der Aufsichtsratmitglieder

Titel Name
1. Vorsitzende Ursula Wondracek
2. Vorsitzende Regina Dietzold
Aufsichtsratsmitglied Udo Klee
Aufsichtsratsmitglied Magnus Buhlert
Aufsichtsratsmitglied Petra Kettler
Aufsichtsratsmitglied Florian Wolk
Aufsichtsratsmitglied Walter Stubben
Aufsichtsratsmitglied Sylvia Roßkamp-Knöller