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m|c Jahresberichte

Alle Jahresberichte der letzten Jahre können Sie in der Geschäftsstelle des Martinsclub im Buntentorsteinweg 24/26 einsehen. Gern senden wir Ihnen auch ein ausgedrucktes Exemplar zu. Rufen Sie uns an!

Jahresbericht 2015

„Wir sorgen vor: heute für morgen“

Wir wären nicht der m|c, wenn es uns nicht gelänge, diesen Leitbildsatz jedes Jahr wieder in die Tat umzusetzen. Auch im Jahr 2015 haben wir uns mit der Zukunft auseinandergesetzt. Deutliches Indiz dafür sind die 20 neuen Auszubildenden im Bereich Heilerziehungspflege. In Kooperation mit der Fachschule für Heilerziehungspflege haben wir uns auf dem Weg gemacht, unser eigenes Personal auszubilden. Ein weiteres Zukunftsthema sind die „modernen Wohnformen“. Nach dem Motto „so vielfältig leben wie ich selbst“ haben wir in der Delbrückstr. eine alte Villa erworben, in der eine inklusive Wohngemeinschaft auf Augenhöhe entstehen wird. So ein Zusammenleben ist  vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ein weiterer Baustein nach dem Motto „Für jeden das Richtige“.

… und die Zukunft geht weiter: in Findorff erproben wir neue Organisationsformen, am Sonnenplatz und in Kattenturm bauen wir neue Quartierszentren auf – große Herausforderungen, spannende Projekte. Wir freuen uns darauf. Das sind nur drei Bausteine, von denen Sie auf den folgenden Seiten mehr lesen. Neben all den Innovationen sind wir vor allem stolz auf die kontinuierliche soziale Arbeit, die alle von uns täglich leisten. Dafür vielen herzlichen Dank!

Mit uns macht Inklusion Schule

Im Jahr 2015 wurde die „Jugendhilfefachkraft in Schule“ im Fachbereich Assistenz in Schulen erfolgreich etabliert. Koordiniert durch die Jugendhilfe, erhalten jetzt auch SchülerInnen mit seelischer Beeinträchtigung Assistenzleistungen vom Martinsclub. Für eine enorme Belastung sorgte eine Fehlkalkulation: Der Bedarf an Assistenzkräften war zu Schuljahresbeginn wesentlich höher als berechnet. Der resultierende Fachkräftemangel zog den Unmut der Eltern und Schulen nach sich –  eine zusätzliche Drucksituation fürs Team. Die Suche nach Fachkräften war eine konstante Herausforderung. Eine neue Herangehensweise war die Ausstellung „Assistenz in Schulen ein Gesicht geben“. Mit dem Ziel, BremerInnen für den Assistenzberuf zu sensibilisieren, beschreiben sechs SchulassistentInnen auf großen Leinwänden ihre Arbeit, ihre Motivation und Qualifikationen. Die Ausstellung wanderte durch die ganze Stadt, hing z. B. in Kaufhäusern, der Bürgerschaft, der Stadtbibliothek oder dem BIZ und ermöglichte neue Kontakte und Arbeitsbeziehungen.

m|2020 – unser Weg nimmt Formen an

Unseren Weg in die Zukunft nennen wir m|2020. Dabei geht es um die Anpassung unserer Strukturen und Arbeitsprozesse an die Anforderungen der Menschen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit im Sozialraum. Denn direkt vor Ort lassen sich viel besser die richtigen Leistungen bieten und wichtige Kooperationen knüpfen. Individuelle Bedarfe werden durch fachbereichsübergreifendes Arbeiten  abgedeckt. In Huckelriede, Kattenturm, Findorff und Gröpelingen soll m|2020 perspektivisch umgesetzt werden. Die Planung dieser Standorte hatte 2015 besondere Priorität. Das NAHBEI in Findorff wird als erstes Quartier verschiedene Leistungsbereiche aus dem Stadtteil heraus koordinieren und als lokale Anlaufstelle dienen.  In Gröpelingen arbeitet ein neuer Stadtteilkoordinator, in allen Fachbereichen geschult und für die Vernetzungsarbeiten vor Ort zuständig. In Huckelriede wurde mit anderen Trägern der Grundstein für ein neues Quartierszentrum gelegt. In Kattenturm wird 2016 dank Förderung von Aktion Mensch ein neuer Leistungsbereich entstehen: Unser erster integrativer Küchenbetrieb, das ROTHEO.

Ich bin HEP – Unsere Lösung für die Zukunft

Den Fachkräftemangel im Pflegebereich bekommt auch der m|c zu spüren. Vor allem der Nachwuchs bleibt aus. Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben wir uns entschieden, selber junge Fachkräfte auszubilden. In Kooperation mit der Fachschule Lilienthal, die den theoretischen Part der Ausbildung übernimmt, werden seit dem 1. September 20 Männer und Frauen zu HeilerziehungspflegerInnen ausgebildet. Ihre Praxisausbildung erhalten sie in den verschiedenen Fachbereichen des m|c. Die jungen Leute sind mittlerweile in unseren Einrichtungen angekommen und stellen eine große Bereicherung für die tägliche Arbeit dar. Dass die Klasse überhaupt gefüllt werden konnte, ist ein großer Erfolg und auf die Vermarktungsarbeit zurückzuführen. Mit „Ich bin HEP“ wurde eine Kampagne mit der Botschaft ins Leben gerufen, dass junge Menschen und Pflege durchaus zusammenpassen. Hier haben wir die Interessen der Zielgruppe getroffen und sie auf eine für den Berufszweig untypische Art angesprochen. Die Kampagne wurde mit dem Bremer Marketingpreis ausgezeichnet.

Inklusion – so heißt unsere Maxime

Das Bildung- und Freizeitprogramm überzeugte auch 2015 durch seine große Vielfalt. Kurse, Veranstaltungen und Reisen wurden von allen Altersgruppen sehr gut angenommen. Die Kurse für die berufliche Qualifizierung wurden ausgebaut. Das Fortbildungsprogramm vom m|colleg schaut mit über 1.000 geschulten Menschen auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das Angebot der individuellen „Inhouse-Fortbildungen“ hat zudem an Zulauf gewonnen. Besonders stolz sind wir auf die wachsende Zahl inklusiver Veranstaltungen. Ein Drittel aller Erwachsenenkurse sind mittlerweile inklusiv. Im Jugendbereich sogar über die Hälfte. Ein echtes Highlight war der Kurs „Paradiestanz“, da die Anleitung zum ersten Mal durch eine Frau mit geistiger Beeinträchtigung erfolgte. Gefördert von Aktion Mensch wird der m|c seine Expertise außerdem auf neuem Terrain ausspielen. In Kooperation mit dem Universum Bremen und mit über 50 Ehrenamtlichen entwickeln wir eine Ausstellung zum Thema Inklusion. Unter dem Titel „Lieblingsräume – so vielfältig wie wir“ eröffnen wir eine ganz neue Perspektive zum Thema.

Delbrückstraße – eine neue Villa für den m|c

Der Martinsclub hat im vorderen Schwachhausen einen neuen Standort gefunden. Hier, mitten im Herzen der Stadt, wird eines unserer spannendsten Wohnprojekte  umgesetzt.  Acht  junge Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung gründen eine WG –  gleichberechtigt und auf Augenhöhe. Nach längerer Suche haben wir die perfekte Immobilie in der Delbrückstraße entdeckt.  Die meisten zukünftigen MitbewohnerInnen stehen bereits fest. Mit den Architekten und allen Beteiligten wurde ein Raumkonzept entwickelt, das die Ansprüche eines barrierefreien Miteinanders erfüllt. Da der Baubeginn erst für 2016 angesetzt war, übergab der m|c die leer stehende Villa für die Zwischenzeit der Stadt Bremen, damit dort Geflüchtete untergebracht werden konnten. Im Oktober zogen dort 22 minderjährige, unbegleitete Jungs ein. Die Betreuung wurde vom Bremer ASB übernommen, aber auch die MitarbeiterInnen des m|c zeigten großes Engagement. Durch verschiedene Hilfsaktionen gelang es in kürzester Zeit, die alte Villa bewohnbar zu machen und die 22 Jungs bei ihrer Ankunft in Bremen zu unterstützen.

 

Zahlen

2015 Vorjahr/2014 Veränderung in %
Mitarbeitende
Angestellte 700 626 + 3,85%
Honorarkräfte 320 261 + 22,61%
Ehrenamtliche 155 110 + 40,91%
Mitglieder 394 394 +/- 0 %
KlientInnen und Teilnehmende
Wohnen und Pflege 273 163 + 67,48 %
Ambulante Hilfen 159 135 + 17,78 %
SchülerInnen mit persönlicher Assistenz 283 248 + 14,11 %
Bildung und Freizeit
    Veranstaltungen 1841 1888 – 2,49%
    Teilnehmende 28364 31222 – 6,26 %