Autismus Elternkreis

wir laden euch/Sie ein zum nächsten Autismus Elternkreis am 28.06.2022 von 19.00 – 21.00 Uhr, der dieses Mal endlich wieder in Präsenz und parallel dazu auch via Zoom stattfinden wird.

Für die Erklärungen zum Ablauf einer Zoom-Konferenz und für die Anmeldung bitte die untenstehenden Hinweise lesen und beachten. Wenn Sie an dem Autismus Elternkreis teilnehmen möchten, dann müssen Sie zunächst den Datenschutz bzw. Zoom-Bedingungen zustimmen und sich verbindlich für das Treffen anmelden.

Wir freuen uns schon darauf, euch/Sie auch in Präsenz am Dienstag wiederzusehen und vielleicht auf ein paar neue Gesichter.

Wir können gern noch einmal das Thema aufgreifen, wie die Auswirkungen der Pubertät oder auch allgemein Übergangsphasen die Effekte der autistischen Wahrnehmungen verstärken können. Dies hat uns an unserem vergangenen Abend sehr vielfältig beschäftigt.

Einerseits wurde, anknüpfend an das vorangegangene Treffen, die Schwierigkeit besprochen, autistisch bedingte Verhaltensweisen von den hormonell gesteuerten Äußerungen zu unterscheiden. Des Weiteren stellten wir im Austausch fest, dass die Diagnose des Autismus mit Eintritt in die Pubertät häufig schwieriger wird. Die eigentlichen autistischen Kriterien können dann überlagert werden von pubertären Effekten, aber leider häufig auch schon durch sogenannte Komorbiditäten, wie beispielsweise Angst-/Zwangsstörungen und Depressionen. Im Diagnostik-Verfahren kann das dazu führen, dass die Jugendlichen oft nicht als Autist*innen erkannt werden und dann in Therapien kommen, die ihnen nicht gerecht werden.

Ein weiterer Aspekt der spannenden Zeit der Pubertät ist das sogenannte „Masking“ oder das Maskieren, also das Verbergen der autistischen Eigenheiten, um im neurotypischen Umfeld weniger auffällig zu sein. Gerade in der Pubertät, der Zeit der ersten Identitäts-Findung und des Miteinander-Vergleichens und des Bestrebens, zu einer bestimmten Gruppe dazuzugehören, versuchen die Jugendlichen im Autismus-Spektrum unter sehr großer psychischer Kraftanstrengung so „normal“ wie möglich zu wirken. Auch das „Masking“ kann die erwähnte Diagnostik in dieser Zeit erschweren.

Über die Schwierigkeiten in der Diagnostik gab es aufgrund einer Nachfrage eines Elternteils, dann noch einen regen Austausch über frühe Erkennungsmerkmale, die auf Autismus hinweisen können. Und auch, warum es Erzieher*innen in den Kindertagesstätten so schwerfällt, ihre Eindrücke oder „Verdachts-Diagnosen“ mit den jeweiligen Eltern zu teilen. Oft heißt es, sie wollen den Eltern nicht zu nahetreten oder aber, sie mutmaßen vermeintliche Erziehungsfehler. Auch da zeigt sich erneut, dass noch viel Aufklärungsarbeit notwendig bleibt.

Dazu erscheint es passend, dass derzeit im Kino „Cinema“ im Ostertor zunächst bis Mittwoch der Film „Zwischen uns“ läuft. Diese Geschichte wird aus der Perspektive einer Mutter erzählt. Es geht um einen Jungen im Autismus-Spektrum, der anscheinend wegen missverstandener extremer Verhaltensweisen immer wieder von den Schulen entlassen wird. Der Trailer ist schon sehr bewegend, wenn es jemand momentan nicht so gut geht, kann es ratsam sein, sich den Film lieber später anzusehen. Falls sich sehr viele Interessenten finden, würde das Cinema Ostertor für uns eine Extravorstellung organisieren. Mails dazu bitte mit dem Betreff „Zwischen uns-Film“ an uns senden, dann geben wir euch einen möglichen Termin bekannt.

Die oben genannten Themen können an diesem Abend weitergeführt und auch andere Anliegen angesprochen werden. Wir sind, wie immer, aufgeschlossen für weitere akute, dringende bzw. interessante und auch wiederkehrende Themen.

Herzliche Grüße
Mirjam Rosentreter & Marco Tiede

Marquardt, Nina
Personalentwicklung
Referatsleitung